Ab sofort müssen bitte alle Anmeldungen für unsere Kurse in Liechtenstein über das offizielle Kurs- und Ausbildungsportal des Schweizerischen Roten Kreuzes erfolgen!

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Das Herz - der Motor des Menschen

Das Herz

Das Herz ist ein muskuläres Hohlorgan, das mit rhythmischen Kontraktionen das Blut durch den Körper pumpt und so die Durchblutung aller Organe sichert. Dabei arbeitet es genauso wie jede Verdrängerpumpe, indem es die Flüssigkeit (Blut) ventilgesteuert aus Blutgefässen ansaugt und durch ein anderes Blutgefäss ausstösst.

[Quelle Wikipedia]

Koronare Herzkrankheit

Wird das Herz in seiner Funktion beeinträchtigt kann dies Lebensbedrohend sein. Die Koronare Herzkrankheit ist mit ihren akuten Manifestationen die häufigste Todesursache in den Industrienationen. Die Koronare Herzkrankheit ist eine Erkrankung der Herzkranzgefässe (Koronararterien). Sie wird in den meisten Fällen durch Arteriosklerose (umgangssprachlich „Arterienverkalkung") verursacht. Hierbei bedingen Ablagerungen in den Gefässwänden eine Versteifung sowie eine zunehmende Verminderung des Gefässquerschnitts. Die Folge ist eine Beeinträchtigung der Durchblutung und damit eine verminderte Sauerstoffversorgung der Herzmuskulatur. Es entsteht ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und Sauerstoffangebot. Das wichtigste Symptom der KHK ist die Angina Pectoris (Brustenge). Mit zunehmendem Fortschreiten der Erkrankung erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Begleiterscheinungen, wie Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz, sowie akuten, lebensbedrohlichen Komplikationen wie Herzinfarkt und plötzlicher Herztod.

Akuter Herzinfarkt:

Innerhalb der ersten 48 Stunden nach einem unbehandelten Herzinfarkt besteht eine 15-prozentige Wahrscheinlichkeit, einen plötzlichen Herztod zu erleiden. Dieses Risiko fällt in den nächsten Tagen auf 3 % ab. 80 % aller Episoden von Kammerflimmern ereignen sich in den ersten sechs Stunden nach Schmerzbeginn (Maximum in der ersten Stunde) bei akutem Herzinfarkt. Das bedeutet, dass schnelles Handeln sehr wichtig ist.

Plötzlicher Herztod:

Anhaltendes Kammerflimmern oder anhaltende Kammertachykardie bewirkt ein Herzstillstand und führt schliesslich zum Tod, wenn keine Herz-Lungen-Wiederbelebung (Reanimation) durchgeführt wird.

[Wikipedia]

Todesursachen in Schweiz

Der Herzkreislaufkrankheiten sind eine der Haupttodesursachen in den Industrienationen.Die Zahlen aus dem Jahr 2009 zeigen, dass mit steigendem Alter Herzkreislaufkrankheiten (HKK) als Todesursache zunehmen. Bei den 25- bis 44-Jährigen sind HKK die dritthäufigste Todesursache. Bei den 45- bis 64-Jährige kommen die Herz-Kreislauf-Krankheiten mit ca. 23 Prozent bereits an zweiter Stelle. Auffallend ist, dass Männer häufiger an HKK sterben als Frauen, aber diese Krankheiten auch bei Frauen eine auffällig häufige Todesursache sind. Von den 65- bis 84-Jährigen sterben ca. 34% an Herz-Kreislauf-Leiden.

[Quelle: Bundesamt für Statistik, CH]

TodesursachenDie Mehrzahl der Todesfälle lässt sich wenigen Todesursachen zuordnen: Herzkreislaufkrankheiten, Krebserkrankungen, Krankheiten der Atmungsorgane, Unfälle und andere Gewalteinwirkungen, sowie Demenz. Die Reihenfolge dieser Ursachen unterscheidet sich in den einzelnen Lebensabschnitten stark.

[Quelle: Bundesamt für Statistik, CH]

Wie erkenne ich einen Herzinfarkt?

Folgende Symptome können auf ein Herzinfarkt hinweisen und müssen schnellst möglich durch einen Arzt abgeklärt werden.

  • Heftiger Druck und klemmende, beengende oder brennende Schmerzen in der Brust (Dauer länger als 15 Minuten), oft verbunden mit Atemnot und Todesangst
  • Manchmal Ausstrahlung des Schmerzes in den ganzen Brustkasten, gegen beide Schultern, Arme, den Hals, Unterkiefer oder Oberbauch
  • Mögliche Begleitsymptome sind blasse, fahle Gesichtsfarbe, Übelkeit, Schwäche, Schweissausbruch, Atemnot, unregelmässiger Puls
  • Der Schmerz ist unabhängig von Körperbewegungen oder der Atmung und verschwindet auch nach Einnahme von Nitroglyzerin nicht
Achtung: Bei Frauen, älteren Menschen oder Diabetikern sind die Symptome eines Herzinfarkts manchmal weniger heftig oder bleiben sogar ganz aus. Einzig eine unbestimmte Schwäche, Übelkeit, heftiges Erbrechen, Atemnot, Erschöpfung, Rückenschmerzen oder Oberbauchschmerzen weisen dann darauf hin, dass ein Herzinfarkt vorliegen könnte.

[Quelle: Schweizerische Herzstiftung www.swissheart.ch]

Solche Situationen können in der Familie, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit beim Sport auftreten. Jede Person sollte sich fragen, wie sie/er reagieren würde, wenn sich das Gesicht des Arbeitskollegen blau färbt, er sich an seine Brust fasst, hinfällt und das Bewusstsein verliert. Es ist einfach zu erkennen, dass für diese Person akute Lebensgefahr besteht. Das Gute dabei ist, jeder kann was tun und die effektiven Massnahmen sind einfach bei Kursen oder einem Samariterverein zu erlernen!

Wie kann ich helfen?

In Notsituationen ist einerseits schnelles Handeln und andererseits die notwendige Ruhe von Bedeutung.

Der neuste Standard für das Vorgehen heisst: BLS-AED Schema (Basic Life Support und Automatischer Externer Defibrillator). Dabei hat die schnelle Defibrillation an Priorität gewonnen.

Ein Beispiel: Ein Fahrgast im Bus fällt plötzlich vom Sitz und liegt reglos am Boden. Ein weiterer Passagier hat dies beobachtet und eilt ihm zu Hilfe. Was soll er tun?

Er soll nun das BLS-ADED Schema zur Anwendung bringen, dies wird in diesem Fall folgendermassen ablaufen:

  1. Auffinden der Person
    Das ist bereits passiert, der Passagier (Helfer/in) hat gesehen wo sich die Person befindet.
     
  2. Person ansprechen
    Der Helfer spricht die Person an und prüft ob sie antwortet, wenn Sie Antwortet kann man Fragen stellen und entsprechend weiter vorgehen, wenn nicht, dann:
     
  3. Um Hilfe rufen
    Rufen Sie um Hilfe, so machen Sie andere Personen auf das Problem aufmerksam, und „engagieren" Sie weitere Helfer.
     
  4. Atmet die Person?
    Ist die Atmung normal? Wenn ja, bringen Sie die Person in Bewusstlosenlagerung. Wenn die Person keine normale Atmung hat, dann:
     
  5. Alarmieren Tel. 144 und AED anfordern
    Nun müssen Sie selber oder ein Helfer alarmieren und ein AED (Automatischer Externer Defibrillator) anfordern. Parallel dazu wird jemand den Bus Chauffeur informieren. Zeitgleich beginnen Sie mit dem BLS-AED.
     
  6. BLS-AED durchführen
    Wenn der Patient nicht atmet müssen Sie den Patienten in Rückenlage auf dem Boden lagern. Den Oberkörper des Patienten frei machen. Kleider wenn nötig aufreissen oder aufschneiden. Seitlich neben die Schulter des Patienten knien. Arm des Patienten nach aussen abspreizen oder gestreckt an den Oberkörper des Patienten anlegen. Dann 30 Thoraxkompressionen (Herzmassage) gefolgt von 2 Beatmungsstössen durchführen. Falls nicht beatmet werden kann, nur die Thoraxkompressionen (100 Kompressionen pro Minute) durchführen.
    Diese Massnahmen müssen bis zur Übergabe des Patienten an die Rettungssanitäter weitergeführt werden.
    Wichtig: Dabei stets den Selbstschutz beachten (Beatmungshilfen wie zum Beispiel Beatmungsmaske oder Beatmungstuch einsetzen).
     
  7. Sofern vorhanden AED einsetzen
    Sobald eine AED verfügbar ist soll es möglichst schnell von einem weiteren Helfer an den Patienten angebracht werden, so dass die begonnen Massnahmen nicht unterbrochen werden müssen. Dabei folgen Sie den Anweisungen des Defibrillators.
     
  8. Die Helfer machen weiter bis die Spontanatmung einsetzt oder der Rettungsdienst den Patienten übernimmt. 

(Quelle: Schweizer Samariterbund)

Der drohende plötzliche Herztod wird nach Möglichkeit durch möglichst früh eingeleitete Reanimations-Massnahmen behandelt. Neben der Wiederherstellung eines Minimalkreislaufes durch Herzdruckmassage wird durch möglichst frühzeitiges anschliessen eines AED die Wahrscheinlichkeit des überleben des Patienten wesentlich erhöht. Durch diese Reanimation-Massnahmen (30 Thorax Kompressionen gefolgt von 2 Beatmungsstössen) können die Vitalfunktionen des Patienten aufrechterhalten werden bis professionelle Hilfe eintrifft und den Patienten übernimmt. Deshalb sind die Reanimations-Massnahmen unbedingt auch ohne AED (Defibrillation) auszuführen.